OEM, Retail oder Volumenlizenz: Was ist der Unterschied?

OEM, Retail und Volumenlizenz im Vergleich – abstrakte Illustration

Stand: 17. Juli 2026

Wer eine Microsoft-Lizenz kauft, stößt auf drei Begriffe: OEM, Retail und Volumenlizenz. Alle drei aktivieren dieselbe Software — die Unterschiede liegen in Herkunft, Übertragbarkeit und Preis. Dieser Ratgeber erklärt sachlich, welcher Typ zu welchem Einsatz passt.

Die drei Lizenztypen im Überblick

Merkmal OEM / DSP Retail (FPP) Volumen
Ursprünglich gedacht für PC-Hersteller (vorinstalliert) Endkunden im Handel Unternehmen (Sammelverträge)
Übertragbar auf neuen PC In der Regel an die Hardware gebunden Ja, nach Deaktivierung auf dem alten Gerät Abhängig vom Vertragsmodell
Typischer Preis Am günstigsten Höher Günstig pro Platz
Aktivierung Standard-Produktschlüssel Standard-Produktschlüssel MAK-Schlüssel oder KMS

OEM: günstig, aber gerätegebunden

OEM-Lizenzen (auch DSP genannt) sind für den Verkauf mit neuer Hardware gedacht. Nach der Aktivierung verknüpft Microsoft die Lizenz mit dem Mainboard. Für einen festen Arbeitsplatz-PC ist das unkritisch — wer aber regelmäßig Hardware wechselt, sollte den Nachteil kennen: Nach einem Mainboard-Tausch ist häufig eine telefonische Reaktivierung nötig, in manchen Fällen erlischt die Aktivierungsmöglichkeit.

Retail: die flexible Vollversion

Retail-Lizenzen (Full Packaged Product) dürfen Sie vom alten Rechner deinstallieren und auf einem neuen aktivieren. Das macht sie zur richtigen Wahl, wenn Sie Ihren PC alle paar Jahre erneuern oder die Lizenz später übertragen möchten. Dafür liegt der Preis über OEM.

Volumenlizenz: aus Unternehmensverträgen

Volumenlizenzen stammen aus Microsoft-Rahmenverträgen für Unternehmen. Über den Gebrauchtsoftware-Markt gelangen einzelne Plätze daraus legal in den Handel — der Europäische Gerichtshof hat den Weiterverkauf gebrauchter Software in der EU ausdrücklich bestätigt (EuGH, Urteil vom 03.07.2012, C-128/11 „UsedSoft"). Wichtig ist ein Händler, der die Herkunft transparent ausweist.

So prüfen Sie Ihren Lizenztyp selbst

Unter Windows verrät ein Befehl, welcher Lizenztyp installiert ist. Öffnen Sie die Eingabeaufforderung und führen Sie aus:

slmgr /dli

Im Dialogfenster steht hinter „Beschreibung" der Kanal: OEM_DM oder OEM_COA (OEM), RETAIL (Retail) oder VOLUME_MAK bzw. VOLUME_KMSCLIENT (Volumen). Für Office nutzen Sie im Office-Programmordner:

cscript ospp.vbs /dstatus

Welcher Typ passt zu Ihnen?

  • Fester Einzelplatz-PC, Preis zählt: OEM reicht völlig.
  • Hardware-Wechsel geplant oder Weiterverkauf gewünscht: Retail.
  • Mehrere Arbeitsplätze im Unternehmen: Volumen — mit Beratung zur passenden Stückelung.

Häufige Fragen

Sind OEM- und Volumenlizenzen legal?

Ja. Der Handel mit gebrauchter Software ist in der EU/EWR rechtlich anerkannt (EuGH C-128/11). Entscheidend ist, dass der Verkäufer den Lizenztyp transparent ausweist — genau das tun wir bei jedem Produkt.

Erkenne ich den Lizenztyp vor dem Kauf?

Bei LizenzSofort steht der Produktschlüsseltyp sichtbar am Produkt, nicht im Kleingedruckten.

Funktionieren alle drei Typen gleich gut?

Ja — installierte Software und Funktionsumfang sind identisch. Die Unterschiede betreffen nur Übertragbarkeit und Aktivierungsweg.

Passende Produkte: In unseren Kategorien Windows und Office ist der Lizenztyp bei jedem Angebot ausgewiesen — Bereitstellung digital per E-Mail, mit 14 Tagen Geld-zurück auf die Aktivierung.